Babalou




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"Versuche auf das Niveau deines Pferdes heraufzusteigen, anstatt es auf deines herabzuziehen."


Ray Hunt     
Der Herr Professor:

Der 05.04.2003 war ein besonderer Tag:
Eine neue friesische, schwarze Perle erblickte das Licht der Welt:
Meine Wenigkeit!


Ich hatte großes Glück bei einer kleinen, liebevollen Züchterfamilie zur Welt zu kommen und fühlte mich daher die ersten 1 1/2 Jahre meines Lebens im Kreise meiner Lieben richtig wohl. Ich hatte alles was ich brauchte! Doch so langsam merkte ich, es wurde Zeit für mich die Koffer zu packen, es machte sich jemand auf die Suche, jemand der dringend meine Unterstützung brauchte...

StartseiteUnd da mein Gefühl mich grundsätzlich nicht trügt, stand sie ganz plötzlich vor mir! Noch jung, aber voller Enthusiasmus und Glückseligkeit bei meinem Anblick! Es war inspirierend und somit kam bei mir der Gedanke auf- ich könnte es schlechter treffen! Und außerdem, einen so jungen Geist kann man noch formen! Meine Kontrahenten aus dem Spiel zu werfen, war für mich ein Leichtes. Ich habe sie einfach nicht mehr an sie ran gelassen und somit war es um sie geschehen.

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Jahre bei ihr verbrachte ich in einer Herde mit vielen weiteren Junghengsten meines Alters. Große Koppeln, viel Platz für uns, um unsere Kräfte zu trainieren und uns auf unser verantwortungsvolles Leben vorzubereiten. Das es sich bei meinen Kumpels nicht um kraftvolle Friesen handelte, dafür konnte ja niemand etwas. Und die Jungs waren klasse! Richtige Raufbolde, die sich für keinen Mist zu schade waren.

Das Leben ging weiter, ich wurde älter und der erste Schritt ins erwachsenen Leben war der, meine Kumpels zu verlassen und in eine neue Umgebung mit neuen aber erwachsenen Freunden zu ziehen. Und so begann der Ernst des Lebens für uns beide!


Sie musste einfach noch so viel lernen, um später den richtigen Weg zu beschreiten. Ich arbeitete täglich mit ihr! Anfangs noch etwas sanfter, später stellte ich sie auch mal vor Herausforderungen die sie schier verzweifeln ließen! Tja, wie sagt sie immer so schön, Pferdeschulung ist Menschenschulung! Das habe ich ihr schon früh immer wieder gezeigt.

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Aber ich kann wirklich sagen, sie arbeitete und arbeitet auch jetzt noch fleißig an sich. Wir besuchen gemeinsam Lehrgänge bei verschiedenen Ausbildern die mich in meiner Arbeit mit ihr unterstützen. Zuhause arbeitenwir fleißig nach und zur gemeinsamen Entspannung geht es dann für Ausritte und Spaziergänge in den Wald oder zum Baden an den Strand.


Wir sind jetzt seit 11 Jahren ein Team! Ich habe sie geformt und ja, auch sie hat mich geformt! Ich kann sogar sagen, auch wenn mir ihre Ideen, die sie so einbringt anfangs nicht besonders gefallen, schafft sie es doch mich zu überzeugen. Sie sagt heute, sie ist froh darüber, dass sie mich immer etwas mehr Überzeugen musste, denn nur dadurch konnte sie so viel von mir lernen. Natürlich sagt sie das heute! Rückblickend sieht es immer alles etwas einfacher aus! Aber ja, sie hat Recht. Wäre ich ihr nicht so ein guter Lehrmeister, hätte sie nicht so viel lernen können. Ich weiß was ich tue, ob in meiner Aufgabe als Herdenchef, bei Unternehmungen mit jungen, unerfahrenen und aufgeregten Mädchen oder eben auch in der Arbeit mit ihr!


babalou4.1 Und nun geht´s für sie ins Studium. Das bedeutet für mich natürlich nochmal doppelten Einsatz! Aber ich bin motiviert, sie noch zu weitaus höheren Leistungen zu schulen. Und ich denke, wir sind auf einem guten Weg!

Wie sagt sie immer - dieses Pferd hat mir der Himmel geschenkt -
und wo sie Recht hat, hat sie Recht!
  Spiegelwelt

Es gibt manchmal Dinge im Leben, vor denen möchte man sich gern drücken und einfach in eine andere Richtung weggehen.
Seit dem 15.06. merke ich, dass ich mich vor vielen Dingen drücke. Und wenn ich sie geschafft habe, bin ich froh das ich sie irgendwie geschafft habe. Am 14.06 war auch so ein Tag, an dem ich gern einfach in eine andere Richtung gegangen wäre um das nicht zu tun, was ich tun musste.
Als wir dich aus der Klinik abgeholt haben, sagte ich zu meiner Freundin mit einem höhnischen schnaufen; „Und gestern bei meinem Besuch bei ihm haben wir zusammen noch ein Glückskleeblatt gefunden..... das zählt wohl auch nicht mehr.“ Die Antwort meiner Freundin darauf war: „Nein Anne, die Zeiten in denen Kleeblätter Glück bringen sind lange vorbei....“
In den vergangenen Monaten hat sich so viel verändert. Nichts ist mehr wie es war, und manchmal lebt man einfach von Tag zu Tag.....
Unglaublich viele Menschen, die von meinem Verlust erfahren haben waren tief getroffen. Plötzlich konnte ich spüren was für tiefe Spuren du nicht nur bei mir hinterlassen hast, sondern auch viele andere Menschen in unserem Umfeld die dich kennen lernen durften haben gesehen, wie besonders du warst. Ich bin allerdings diejenige, die sich besonders glücklich schätzen darf; denn ich habe dich 12 Jahre und 8 Monate begleitet. Du warst mein Freund, mein Partner, mein Stolz und mein Lehrmeister. Wir beide haben uns nicht nur angesehen, wir beide haben uns gegenseitig gefühlt. Es gab keinen Moment, keine Situation und keine Stimmung durch die du mich nicht hindurch getragen hast. Und immer wenn es in der Vergangenheit und auch Heute noch schwierig wird bei mir, und ich mir innerlich sagen muss; Denk an was schönes Anne; denn denke ich an Dich. Aber leider ist dieser Gedanke nicht mehr nur schön, sondern auch schwer weil du nicht mehr an meiner Seite bist.
Trotzdem, egal wie schwer es ist dieses Gefühl jetzt auszuhalten, darüber steht die Dankbarkeit eine so enge Verbindung mit einem so besonderen Pferd selbst erlebt zu haben. Und auch wenn diese Verbindung zwischen mir und dir, die kaum jemanden der uns kannte übersehen hat, von manchen im Laufe der Jahre auch mal kopfschüttelnd belächelt wurde; ich kann es nur jedem wünschen so etwas erleben zu dürfen. Denn es ist etwas so besonderes, und es verändert Dich für dein ganzes Leben.

Du hast mein Leben verändert. Du hast Mich verändert, und du hast mich auf den Weg gebracht, auf dem ich jetzt bin. Kein anderer als du konnte mich so loben und so strafen. Und das auf deine besondere Art die für viele Außenstehende meist unbemerkt blieb.
Ich könnte nun noch so viel Schreiben über Dich, denn es gibt viele außergewöhnliche Geschichten und Erlebnisse aus deinem Leben zu erzählen. Aber egal wie oft ich diesen Text jetzt noch lese und verändere, es bleiben irgendwie nur Worte die dir nicht gerecht werden können. Also höre ich auf zu schreiben und möchte hier das Zitat von Ray Hunt hinterlassen, welches meine glaube ich schwerste Lektion war zu lernen, aber du hast es geschafft sie mir zu vermitteln.

„Fühle es! Ein Gefühl das einem Gefühl folgt. Da ist kein Druck, weder geistig noch körperlich“

Danke mein Freund! Ich vermisse Dich und trag Dich bei mir!
 





"Es ist an der Zeit, dass die zweckfreie Liebe zum Pferd, als Geschöpf Gottes, die Oberhand gewinnt."


     















































































"Das Geheimnis beim Reiten ist es, weniges richtig zu tun."

Nuno Oliliera